NORD-HOLLAND
Land aus dem meer
Nord-Holland ist eine der zwölf Provinzen der Niederlande. Die grösste Stadt mit 750.000 Einwohnern ist Amsterdam, Haarlem jedoch die Hauptstadt der Provinz.
Die nördliche Hälfte wird auf allen Seiten von Wasser umschlossen. Die Südgrenze markieren der Amsterdamer Hafen, das IJ, und der Nordsee-Kanal. Im Westen begrenzen eine breite Dünenreihe und die Hondsbosse Zeewering, ein künstlicher Deich, gegen die Nordsee hin, auf der Nordseite liegt das Wattenmeer mit der Insel Texel; an der Ostseite schützen dicke Deiche das Land gegen das Wasser des IJsselmeers.
Alte Karten zeigen, dass Nord-Holland im Mittelalter aus einem Verbund von Inseln bestand. Das Wasser dazwischen machte die Hälfte der Fläche aus. Auf den höher gelegenen trockenen Teilen dieser Inseln lagen Dörfer, Bauernhöfe und kleine Städte. Das Wasser bildete auch grosse Seen wie Schermer, Purmer und Beemster, die direkte Verbindung mit der Zuidersee, dem heutigen IJsselmeer, hatten.
Im 16. Jahrhundert wurden die ersten Feuchtgebiete trocken gelegt. Erst wurden Deiche errichtet, dann Entwässerungsgräben gezogen. In späteren Jahrhunderten wagte man sich auch an grössere und tiefere Wassergebiete, aus denen ausgedehnte Polderlandschaften entstanden. Das neue Land wurde vor allem für die Landwirtschaft gebraucht. Über die vielen entstandenen Wasserwege brachten die Bauern ihre Produkte in die Städte, deren grösste Alkmaar war, das sich zu einem Marktzentrum in diesem Teil von Nord-Holland entwickelte.
Handel und wirtschaft
In dieser Periode, in der die Polder entstanden, spielten die Zuidersee-Städte Hoorn, Enkhuizen und Medemblik eine bedeutende Rolle in der Schifffahrt nach Ost- und West-Indien und in die Ostsee. Die grosse Bedeutung dieser Städte manifestiert sich heute in prächtigen Kirchen, Rathäusern, Waage-Gebäuden und Kaufhäusern. Während eines Spaziergangs glaubt man, ein Freilicht-Museum zu besuchen.
In den Häfen hat der Handel inzwischen Platz gemacht für Vergnügungsfahrten: An schönen Tagen gibt es Betrieb mit Segelschiffen, Jachten und anderen Motorschiffen. Aber auch ausserhalb der Touristensaison herrscht hier lebendiges Treiben. Fischer landen an und löschen ihren Fang, wonach sie ihre Netze zum Trocknen auslegen. Immer streicht einem der typische Hafengeruch von Wasser, Teer und Fisch um die Nase.
Unweit des Nordens von Amsterdam hat sich die „Zaanstreek“, ein Gebiet um den Fluss Zaan, als ein besonderes, zunächst durch Windmühlen angetriebenes Industriezentrum entwickelt. Vor allem der Schiffbau errang hier internationalen Ruhm. Der Wechsel von Windmühlen zu Dampfmaschinen und die Anlage des Nordsee-Kanals 1875 forcierte die Entwicklung der Industrialisierung.
Tourismus
Auch andere Dörfer rund um Amsterdam entwickelten sich durch Neubauten zu Zentren. Doch das Wasser-Land hat dadurch nicht viel von seinem Charme verloren. Sehenswert sind Durgerdam und Broek in Waterland, wo Häuser voll Atmosphäre und Kirchen den Ton angeben. Auch Volendam, Edam, Monnickendam und Marken locken die Touristen an, vor allem auch durch die Pflege lebendig gebliebener Traditionen.
Völlig anders zeigt sich die Nordsee-Küste, wo Badeorte wie Zandvoort, Bergen aan Zee, Callantsoog und Camperduin schon jahrelang von vielen in- und ausländischen Touristen besucht werden. Auch Texel ist eine beliebte Urlaubsadresse mit seinen grössten Attraktionen Strand, Natur und Inselatmosphäre. Die Fähre zwischen Den Helder und der Insel braucht nur 20 Minuten.
Alt-holländische Städte wie Amsterdam und Haarlem bieten eine reiche Auswahl an Sehenswürdigkeiten, Zeugen einer reichen holländischen Vergangenheit. Mittelalterliche Kirchen, monumentale Häuser an den Grachten, Museen voll mit Glanzstücken unseres „goldenen“ Zeitalters liegen dicht nebeneinander. Was halten Sie davon, tagsüber gemütliche Geschäfte zu besuchen, auf einer Terrasse auszuruhen und abends eine besondere Theatervorstellung zu besuchen? Das Angebot ist nirgends so groß wir in Amsterdam. Die Geschäfte sind ausserdem sonntags geöffnet.
Herkunft: ANWB
